Abstimmung: Die ungewöhnlichsten Buchtitel des Jahres 2015

Die Leipziger Buchmesse liegt nicht mehr allzu fern. Bereits jetzt wirft sie ihre Schatten voraus: auf wasliestdu.de liegt nun die Longlist zur Abstimmung über den ungewöhnlichsten Buchtitel des Jahres 2015 vor.

In diesem Jahr sind unter Anderem „Aufgeben ist keine Lösung. Außer bei Paketen“ von Patrick Salmen, „Eine Rolle Klopapier hat 200 Blatt. Warum ist keins mehr da, wenn man es am dringendsten braucht? Das Leben in Textaufgaben“ von Raymund Krauleidis und Sarah Bosettis „Mein schönstes Ferienbegräbnis“.

Die Preisverleihung erfolgt auf der Buchmesse. Die Abstimmung für die Longlist läuft bis zum 16. Februar. Anschließend wird über die Shortlist abgestimmt.

Dieter Bruning Geschäftsführer der content-press KG

Dieter Bruning (52) übernimmt zum 1.10.2014 als geschäftsführender Gesellschafter die Leitung der Leipziger Unternehmensberatung content-press KG.

Mit Dieter Bruning steht ein ausgewiesener Kenner der Produktions- und Change-Prozesse in Verlagen an der Spitze des Unternehmens. Von 2006 bis 2012 war er als Leiter Herstellung und Content bei Wolters Kluwer tätig.

Zuvor war Dieter Bruning u.a. Manager Operations und Leiter Juristische Dokumentation bei Lexis Nexis Deutschland und Leiter Juristische Dokumentation beim MBO Verlag. Er bringt langjährige Praxiserfahrung im Management von Produktionsprozessen im Verlagswesen sowie über 15 Jahre Erfahrungen in der Beratung und im Change-Management von Verlags- und Konzernumstrukturierungen mit. Seit 2013 ist er bei content-press als Senior Consultant in Projekten im Bereich digitales Publizieren und Optimierung von Publishing-Prozessen tätig.

Dieter Bruning übernimmt die Unternehmensleitung von Ivo Hartz, der sich zukünftig verstärkt auf die Geschäftsführung seiner Firma eScriptum konzentrieren möchte, das Team aber weiterhin als Senior Consultant unterstützen wird.

Die Buchbranche: Seit 50 Jahren in der Krise?

Die alljährliche Frankfurter Buchmesse naht,die sich aktuell selbst als „weltweit größte Handelsmesse für Inhalte“* beschreibt – das Buch kommt da gar nicht mehr exklusiv vor. Das kann man bedauern – in den letzten Jahren werden wirtschaftliche Probleme von Verlagen und Buchhändlern ja gern auf die Abkehr vom gedruckten Buch und  „das Internet“ sowie „die Technik“ zurückgeführt.

In der Buchbranche wird gern die Vergangenheit verklärt. Da wurden gute Bücher gedruckt, die kluge Menschen kauften., lasen und debattierten. Aber steckt die Buchbranche wirklich erst seit diesem Jahrtausend in einer Krise? Oder befindet sie sich einfach in einem Wandel, der schon immer fester Bestandteil ihrer Identität war?

„Das Verhältnis von Erstauflagen und Neuauflagen hat sich von Jahr zu Jahr weiter zuungunsten der Neuauflagen verschoben. 1963 war es 80:20. Das heißt: die Überlebenschancen der Bücher nehmen zusehends ab.“ (Die Zeit 39/1964)

Ein Artikel aus der „Zeit“ zur 50 Jahre zurückliegenden Frankfurter Buchmesse 1964 liest sich erstaunlich aktuell: Die Chancen und Risiken von eReader, sozialen Medien, Online-Handel, (fehlendem) Digital Rights Management, content curation etc. werden hier schon mitgedacht:

„Das ersehnte Zeitalter der Weltliteratur, das Zeitalter, das allen alles zugänglich macht, wird auch die Zeit der wachsenden Ratlosigkeit des Lesers, der wachsenden Verwirrung, der wachsenden Ungerechtigkeit gegenüber dem Geschriebenen sein“ (Die Zeit 39/1964

Vom Versuch, diese Ungerechtigkeit gegenüber dem Geschriebenen auszugleichen, lebt die Buchbranche bestimmt noch eine ganze Weile, wenn auch manchmal unter Wehklagen.

 

* Zitat aus der Pressemeldung der Buchmesse zur Kooperation mit AirBNB vom 8.9.2014

 

Jaron Lanier und die großen Fragen der Buchbranche

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für den Internetpionier Jaron Lanier – das verwundert nur auf den ersten Blick. Lanier beschäftigt sich mit Kernfragen der Buchbranche: Wie lässt sich auch zukünftig mit kreativer Arbeit Geld verdienen? Wie kann ich die digitalen Daten eines Werks so absichern, dass die Urheber nicht ihrer Rechte beraubt werden? Oder konkreter: Welche Art von Geschäftsprozessen und IT benötigt ein Verlag heute? Und was zeichnet die Menschen aus, die mit diesen Daten und Prozessen arbeiten?

„Er [Lanier] will nicht einsehen, warum die Gesellschaft sich bereit erklären sollte, ihre Daten und ihre Arbeit umsonst herzugeben. Weiterlesen