Wie relevant sind eBooks?

Vor kurzem hat der Börsenverein des Deutschen. Buchhandels die lange erwartete Neuauflage der eBook-Studie vorveröffentlicht. Die Zahlen machen nachdenklich: Während 2/3 der Verlage eBooks im Programm haben, machten diese 2013 lediglich 3,9% vom Gesamtumsatz der Verlage aus.Kein Wunder, dass

Doch warum kaufen Menschen eBooks? Aus praktischen Gründen, wenn man der Studie glaubt: eBooks sind platzsparend, kostengünstiger und der eReader wird für umweltfreundlicher gehalten, als bedrucktes Papier. Die Vielfalt der Plattformen und Geräte ist aus Nutzersicht problematisch, 80% der Käufer ist es wichtig, ein einmal gekauftes Buch auf verschiedenen Geräten lesen zu können.

Der Markt zeigt eine beeindruckende Wachstumsquote – die Zahlen lassen jedoch nach wie vor viel Luft nach oben!

Einen ersten Ausblick auf die Ergebnisse gibt es beim Börsenverein, ab 30.6.2014 wird sie über libreka erhältlich sein.

eBooks sind böse – oder?

eBooks sind böse – das findet anscheinend Friedrich Forssmann, Mitarbeiter der Arno-Schmidt-Stiftung. Er argumentiert mit Textqualität, unklarem Urheberrecht und der Abhängigkeit von den Anbietern:

Bücher kommen vielleicht aus der Mode, sie überleben aber zuverlässig, im Originaltext ihrer Zeit, in der Orthographie ihrer Zeit, in der Ästhetik ihrer Zeit, in der Technik ihrer Zeit, und können und werden auch dann noch wiederentdeckt werden, wenn Amazon von Apple gekauft worden ist und beide von Google und Google von Gazprom und Gazprom von den Chinesen und die Chinesen von Qatar und alle zusammen längst pleite sind.“ 

Aus der intellektuellen Sicherheit der  Arno-Schmidt-Stiftung heraus ist das eine schlüssige Argumentation. Aber eine Antwort aus Sicht von Selfpublishern wünsche ich mir doch. Vielleicht mit  Weiterlesen

eBooks, Taschenbücher und Verkaufsorte

29% der deutschen Buchleser nutzten im Herbst letzten Jahres eBooks (Quelle: BITKOM). Inzwischen dürfte die Zahl noch gestiegen sein. Das neue Format setzt sich durch, doch den Verkaufszahlen der eReader hilft das nicht unbedingt, denn neben dem Laptop oder Desktop-Rechner avanciert das Smartphone zum wichtigsten Lesegerät (siehe Grafik). Das offensichtliche: Smartphones ermöglichen nicht nur Lektüre immer und überall, sondern bietet auch den direkten Zugriff auf die Online-Verkaufsorte der eBooks.

Unkomplizierte Distribution war schon einmal ein Schlüssel zum Erfolg für eine neues Buchformat: Für Taschenbücher wurden seinerzeit andere Verkaufsorte als der klassische Buchhandel gefunden, um den Absatz zu erhöhen. Damals waren übrigens die Verlage sehr skeptisch, das Taschenbuch erschien nicht als vollwertiges Buch. Die haptische Erfahrung kam beim Taschenbuch viel zu kurz. Das kommt Ihnen bekannt vor?

Die Geschichte des (englischsprachigen) Taschenbuchs seit den 1930ern wird hier erzählt: „How Paperbacks transformed the way Americans read„. Es geht auch darum, mit welchen Maßnahmen Verlags damals erfolgreich im neuen Segment waren, und dass äußere Umstände (Wirtschaftskrise und Krieg) den Siegeszug des Taschenbuch begünstigten – ähnlich wie heute die technische Ausstattung der Leser

Quelle: http://www.bitkom.org/de/markt_statistik/64018_77541.aspx

Quelle: http://www.bitkom.org/files/documents/140307_e_Books.jpg

eBook und App als Konkurrenten

Der ganz große Umsatzzuwachs der Verlage durch Buch-Apps bleibt bislang ja leider aus. Warum eine Konzentration auf eBooks kurzsichtig ist, und Verlage lieber in Apps investieren sollten, begründet Alexander Trommen (APPSfactory GmbH) in einem lesenswerten Interview im Buchreport:

…die E-Book-Umsätze [werden] mittelfristig den Printumsatz kannibalisieren, während Apps als neue Produktgruppe bisher bei keinem Verlag Substitutionseffekte hervorgerufen haben. Insofern ist der Erfolg der E-Books im E-Publishing gleichzeitig auch ’süßes Gift‚“

Aktuell machen Buch-Apps 5,5% des Angebots in den App-Stores aus, eBooks werden immerhin schon von 20% der Deutschen genutzt. Was Apps besser können als eBooks, hat die Digital Book World zusammengefasst und mit einer anschaulichen Infografik (s.u.) versehen.

Sicher ist: Gut gemachte, individuelle Buch-Apps erfordern einen anderen Konzeptions- und Herstellungsaufwand, als Umsetzung eines Buchs als eBook. Die Integration der App-Entwicklung in den Verlags-Workflow erfordert zusätzlichen Aufwand: Einen Aufwand, der sich für die Verlage (noch?) nicht ausreichend in Gewinn ummünzen lässt.

Quelle: http://www.digitalbookworld.com/2014/five-myths-about-book-apps/?et_mid=664648&rid=245622715 (29.3.2014)

Quelle: http://www.digitalbookworld.com/2014/five-myths-about-book-apps/?et_mid=664648&rid=245622715 (29.3.2014)

 

Seminar: eProduction Manager

Mit jeder Produktneu- bzw. -weiterentwicklung steigen die Anforderungen an die Verlagsherstellung. Denn hier gilt es, einen optimalen Output auf allen Kanälen sicherzustellen, und das in der Regel bei gleichbleibender Teamgröße und hohem Kosten- und Termindruck.

Gefragt sind daher schlanke Workflows und ein professionelles Crossmedia Management, zu dem eine flexible Prozessgestaltung ebenso gehört wie die Steuerung externer Dienstleister.

Ab 30. Juni 2014 vermittelt ein fünftägiger Zertifikatskurs der Buchakademie das Handwerkszeug zur Bewältigung dieser Herausforderungen. Referent Ivo Hartz zeigt, wie digitale Content-Formate – von E-Books bis zu Online-Portalen – wirtschaftlich effizient produziert werden können. Neben der Entwicklung geeigneter Workflows stehen die zentralen Erfolgsfaktoren digitaler Produktion im Mittelpunkt: von der Kalkulation von E-Medien über das Daten- und Rechtemanagement bis hin zur technischen Umsetzung.

Mit dem Abschluss dieses Intensivkurses erwerben Sie das Zertifikat ‚E-Production Manager ADB‘, das die Zusatzqualifikation dokumentiert.

Zum Thema: Geschäftsführer Bernd Zanetti im Interview über das Kursangebot der Buchakademie in Zeiten des Medienwandels.