Medien-Revolutionen

Wer sich um Medienwandel, Journalismus und zukunftsfähige Geschäftsmodelle von Nachrichten-Lieferanten Gedanken machen (muss), findet in diesen Artikeln Denkanstöße:

Journalisten, die danach bezahlt werden, wie oft ihr Artikel angeklickt wird – und die klare Anweisungen haben, wie viele Artikel pro Tag zu liefern sind, dass sie in Dialog mit den Lesern treten sollen, und dass sie den Anteil an Bild-/Video-Veröffentlichungen zu steigern haben. Nichts Neues? Anscheinend doch, denn ein internes Papier des Oregonian bewegt gerade die Gemüter. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir Nachrichten als Geschäftsmodell ansehen, fragt rhetorisch David Carr für die New York TImes, und hängt an seinen Artikel vorsichtshalber ein Katzenbild an. Gigacom,com bricht eine Lanze Leser-Interaktion.

Eine Medien-Revolution in Spanien ruft währenddessen der Guardian aus: Hier beutelt die schwere Wirtschaftskrise auch die großen Zeitungen.  Neben den Faktoren – sinkende Anzeigenerlöse, Verlagerung der Leserschaft von Print zu Online – spielt in Spanien auch der Vertrauensverlust in alteingesessene Institutionen eine Rolle. Der unabhängige Online-Journalismus gewinne an Bedeutung, weil hier die kritischeren Fragen gestellt werden und keine finanziellen Verflechtungen zu den Mächtigen im Lande bestünden, so der Guardian. Über 300 Online-Journalismus-Startups, oft aus der Not heraus von entlassenen Redakteuren oder Arbeit suchendem Nachwuchs gegründet, stellen kritischere Fragen als die traditionellen Zeitungen. Als Beispiele für erfolgreichen Online-Journalismus in Spanien werden im Artikel El Confidencial und eldiario.es genannt.

Trimedialität im öffentlichen und privaten Rundfunk

Nicht nur in Verlagen, auch im öffentlichen und privaten Rundfunk ist die medienübergreifende Produktion von Inhalten ein großes Thema. Die Herausforderung besteht darin, die redaktionelle Arbeit und technische Infrastruktur von Radio, Fernsehen und Online-Medien eng zu verzahnen. So startete bspw. der Bayerische Rundfunk 2012 die Reform „BR hoch drei“. Ziel ist des Veränderungsprozesses ist es, die Fachredaktionen aus Hörfunk, Fernsehen und Online zusammenzuführen und zu vernetzen. Im Zug der Reform werden auch umfangreiche bauliche Maßnahmen durchgeführt, die voraussichtlich bis 2023 andauern werden.

Ein Beispiel für ein trimediales Projekt ist das im Mai dieses Jahres gestartete Jugendradio „PULS“ – nicht zu verwechseln mit dem Rentner-Programm „Plus“ aus demselben Haus 😉 Es ist über Kabel, Digitalradio und Satellit zu empfangen, umfasst ein Online-Portal mit Livestream, Video- und Audiobeiträgen und ist am Wochenende auch im TV zu sehen. Über eine App und diverse Social Media-Plattformen können die Hörer/User das Programm aktiv mitgestalten.
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